
Bei Mann+Hummel in Speyer droht bis 2028 die Werksschließung: 600 Jobs stehen auf dem Spiel, IG Metall erhöht den Druck und bereitet eine Streikabstimmung vor.
Beim Filterhersteller Mann+Hummel in Speyer spitzt sich der Konflikt um die Zukunft des Werks weiter zu. Das Unternehmen plant, den Standort bis Ende 2028 zu schließen. Betroffen wären rund 600 Beschäftigte. Wie der SWR berichtet, hält der Ludwigsburger Konzern offenbar an diesem Vorhaben fest, obwohl die IG Metall weiterhin mit der Unternehmensführung verhandelt.
Nach Angaben des Gewerkschaftssekretärs der IG Metall, der sich gegenüber dem SWR äußerte, habe man das Gefühl, dass Mann+Hummel kein Interesse an einer echten Zukunftsdiskussion für den Standort zeige. Es gehe inzwischen nur noch um das Wie einer Schließung, nicht mehr um das Ob. Aktuell verhandeln Gewerkschaft und Unternehmen über einen sogenannten Interessenausgleich – also eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat über die weitere Beschäftigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bereits Mitte September hatte die IG Metall dem Unternehmen ein alternatives Konzept zur Sicherung des Standorts vorgelegt. Diesem Vorschlag stimmte Mann+Hummel jedoch nicht zu. Die Produktion aus Speyer soll demnach weiter ins Ausland verlagert werden.
Der Konflikt bleibt auch auf der Straße sichtbar. Wie die Rheinpfalz berichtet, versammelten sich bei einer Kundgebung vor dem Werk rund 250 Beschäftigte von Mann+Hummel. Nach Angaben der IG Metall schlossen sich zudem knapp 50 Menschen aus anderen Betrieben sowie vom Deutschen Gewerkschaftsbund solidarisch an.
Der SWR berichtet, dass die Beschäftigten nun verstärkt auf tarifpolitischen Druck setzen wollen. In der kommenden Woche soll unter den Gewerkschaftsmitgliedern darüber abgestimmt werden, ob gestreikt wird. Der nächste Verhandlungstermin zwischen IG Metall und Mann+Hummel ist für den 6. Oktober angesetzt. Auch an diesem Tag ist laut SWR eine weitere Demonstration geplant.
Mann+Hummel wollte sich auf Anfrage des SWR nicht zu den laufenden Verhandlungen äußern, da die Details vertraulich seien. Als Gründe für die geplante Standortschließung hatte der Konzern zuvor das schwache Wirtschaftswachstum in Europa sowie gestiegene Energie- und Arbeitskosten genannt. Zusätzlich hätten Zölle und geopolitische Unsicherheiten die Kosten entlang der Lieferketten erhöht.
Der Fall Mann+Hummel steht in Speyer nicht allein. Wie der SWR berichtet, hat mit TE Connectivity ein weiteres Unternehmen am Standort angekündigt, seine Produktion einstellen zu wollen. Davon wären rund 630 Beschäftigte betroffen. Die Entwicklungen bei beiden Unternehmen verdeutlichen den wirtschaftlichen Druck, unter dem Industriestandorte in der Region derzeit stehen.
Ob die Verhandlungen zwischen IG Metall und Mann+Hummel am 6. Oktober zu einer Annäherung führen, ist offen. Die Gewerkschaft hält nach Angaben des SWR weiter an ihrer Forderung fest, über echte Alternativen zur Schließung zu sprechen. Parallel bereitet sie sich auf eine mögliche Streikabstimmung unter ihren Mitgliedern vor. Mann+Hummel hat sich bislang nicht öffentlich zu den konkreten Verhandlungsinhalten geäußert.






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