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Ghost-Pairing: Neue WhatsApp-Betrugsmasche – So schützen Sie sich

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz warnt vor „Ghost-Pairing“: Kriminelle verknüpfen fremde Geräte mit WhatsApp-Konten und ergaunern Geld.

Redaktion
·
26. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Wochen

Was steckt hinter dem Begriff „Ghost-Pairing“?

Kriminelle werden immer erfinderischer, wenn es darum geht, an fremde Daten und Geld zu gelangen. Derzeit warnt das Polizeipräsidium Rheinpfalz vor einer neuen Phishing-Methode, die unter dem Begriff „Ghost-Pairing“ bekannt ist. Das Tückische an dieser Masche: Sie läuft im Verborgenen ab – und die Betroffenen merken oft zunächst überhaupt nichts davon.

Bei „Ghost-Pairing“ versuchen die Täter, ein von ihnen kontrolliertes Gerät unbemerkt mit dem WhatsApp-Konto ihrer Opfer zu verknüpfen. Gelingt ihnen das, können sie Nachrichten und weitere Inhalte einsehen, Kontakte auslesen und selbst Nachrichten im Namen des Opfers versenden – ohne dass das eigene Smartphone dabei auch nur die geringste Auffälligkeit zeigt. Es funktioniert nämlich ganz normal weiter.

So funktioniert die Betrugsmasche

Der Angriff beginnt häufig mit einer scheinbar harmlosen Nachricht. Besonders gefährlich: Diese Nachricht kann sogar von einem bereits gehackten Konto eines Bekannten stammen, sodass die Empfänger keinen Verdacht schöpfen. Unter einem Vorwand werden die Betroffenen dazu gebracht, einen Link aufzurufen oder eine angebliche Sicherheitsprüfung durchzuführen. Im nächsten Schritt sollen sie einen Kopplungscode eingeben oder die Verbindung eines neuen Geräts bestätigen.

Wer diese Bestätigung erteilt, öffnet den Tätern damit buchstäblich die Tür zum eigenen WhatsApp-Konto. Anschließend können die Kriminellen das kompromittierte Konto nutzen, um Freunde und Angehörige gezielt zu täuschen – und diese beispielsweise um Geld zu bitten. Der Schaden kann sich schnell summieren.

Konkreter Fall aus Ludwigshafen

Wie real diese Gefahr ist, zeigt ein aktueller Fall aus Ludwigshafen. Am Freitag, dem 21. August 2026, erhielt eine Frau über den bestehenden WhatsApp-Chat mit ihrer Schwester eine Nachricht. Die unbekannten Täter hatten zuvor Zugriff auf das Konto der Schwester erlangt. Unter dem Vorwand, das Handy der Schwester sei ins Wasser gefallen und defekt, baten sie um die Überweisung von 500 Euro. Die Frau vertraute der vermeintlichen Bitte ihrer Schwester und überwies den Betrag auf ein ihr unbekanntes Konto.

Dieser Fall verdeutlicht, wie überzeugend die Masche wirken kann – schließlich kam die Nachricht scheinbar aus einem vertrauten Kontakt. Genau das macht „Ghost-Pairing“ so gefährlich.

Tipps der Polizei: So schützen Sie sich

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz hat klare Empfehlungen herausgegeben, wie man sich vor einem Konto-Missbrauch durch „Ghost-Pairing“ schützen kann:

  • Keine unbekannten Geräte mit dem eigenen WhatsApp-Konto verknüpfen.
  • Codes und Sicherheitsnummern niemals an andere Personen weitergeben.
  • Bei unerwarteten Nachrichten zunächst prüfen, ob diese tatsächlich vom angegebenen Absender stammen. Im Zweifel sollte die Person über einen anderen bekannten Kommunikationsweg kontaktiert werden – etwa per Telefonanruf.
  • Nicht vorschnell auf Links klicken, insbesondere wenn die Nachricht mit einer dringenden Aufforderung oder einem ungewöhnlichen Anliegen verbunden ist.
  • Regelmäßig die mit dem WhatsApp-Konto verknüpften Geräte kontrollieren. Unbekannte Geräte sollten sofort entfernt werden.
  • Die Zwei-Schritt-Verifizierung von WhatsApp aktivieren.
  • Wer feststellt, dass ein unbekanntes Gerät mit dem eigenen WhatsApp-Konto verbunden ist, sollte die Verknüpfung unverzüglich entfernen und die Sicherheitseinstellungen des Kontos überprüfen.

Was tun, wenn man Opfer geworden ist?

Wer bemerkt, dass das eigene WhatsApp-Konto möglicherweise kompromittiert wurde oder bereits Geld überwiesen hat, sollte unverzüglich handeln. Zunächst sollte die Verknüpfung des fremden Geräts in den WhatsApp-Einstellungen entfernt und das Konto gesichert werden. Danach empfiehlt es sich, Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Rückfragen können direkt an das Polizeipräsidium Rheinpfalz gerichtet werden.

Grundsätzlich gilt: Überweisungen, die über Messenger-Dienste erbeten werden – insbesondere wenn sie mit einem Notfall begründet werden –, sollten stets kritisch hinterfragt und über einen zweiten Kanal verifiziert werden. Ein kurzer Anruf kann in solchen Situationen viel Geld und Ärger ersparen.

Wachsam bleiben in der digitalen Welt

„Ghost-Pairing“ ist ein weiteres Beispiel dafür, wie ausgeklügelt digitale Betrugsmaschen inzwischen geworden sind. Die Täter nutzen gezielt das Vertrauen zwischen nahestehenden Menschen aus und tarnen ihre Angriffe hinter vermeintlich vertrauten Nachrichtenquellen. Umso wichtiger ist es, sensibel für ungewöhnliche Anfragen zu bleiben – auch wenn sie auf den ersten Blick von bekannten Kontakten zu kommen scheinen.

Bleiben Sie informiert und schützen Sie sich und Ihre Liebsten. Aktuelle Warnmeldungen und regionale Sicherheitshinweise finden Sie auch bei Antenne Pfalz.

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