
Die Haardter Riesenschubkarre steht seit August 2026 am Mandelring als dauerhaftes Symbol für Brauchtum und Gemeinschaft in der Pfalz.
Auf der Haardt bei Neustadt an der Weinstraße hat ein außergewöhnliches Kunstwerk seinen festen Platz gefunden: die Haardter Riesenschubkarre. Seit dem 22. August 2026 steht das imposante Gefährt auf der Schlossmauer am Mandelring, unterhalb des Haardter Schlosses – und damit direkt an der Rennstrecke des traditionellen Schubkarrenrennens. Was zunächst als Festwagen für den Deutschen Winzerfestumzug 2025 gebaut wurde, ist heute weit mehr als ein außergewöhnliches Bauwerk: Es ist ein Sinnbild für ehrenamtliches Engagement, gelebtes Brauchtum und den starken Zusammenhalt einer ganzen Gemeinschaft.
Die Geschichte der Riesenschubkarre beginnt mit einem besonderen Jubiläum: dem 30-jährigen Bestehen der Haardter Weinhoheiten und dem 70. Haardter Weinfest. Zu diesem Anlass entschloss sich ein engagiertes Team von Ehrenamtlichen, einen ganz besonderen Festwagen für den Winzerfestumzug in Neustadt zu bauen. Die Wahl fiel schnell auf das Motiv, das die Haardt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht hat: das traditionelle Schubkarrenrennen, das seit vielen Jahren ein Höhepunkt des Haardter Weinfestes ist und sportlichen Ehrgeiz, Teamgeist und jede Menge gute Laune vereint.
Die amtierenden Haardter Weinhoheiten Janice Schmidt und Leo Beyer fuhren auf dem Festwagen beim Winzerfestumzug mit – unter dem Motto „Die Haardt lebt Tradition mit Schubkarre, Woi und Kron“. Der Auftritt sorgte für große Bewunderung und wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Bereits 2023 hatte dasselbe ehrenamtliche Team den Festwagen „Balkon der Pfalz“ gestaltet, die Begeisterung am gemeinsamen Wagenbau und die Verbundenheit mit dem Haardter Brauchtum motivierten das Team dazu, auch 2025 wieder gemeinsam anzupacken.
Unter großem ehrenamtlichem Einsatz wurde die Riesenschubkarre innerhalb weniger Wochen gefertigt. Florian Beyer und Harald Kerbeck erstellten die Pläne für das überdimensionale Gefährt. Die Holzarbeiten übernahmen Schreinermeister Florian Beyer und Christian Schmidt, während Harald Kerbeck für die Stahlelemente verantwortlich zeichnete. Unterstützt wurde das Team von Manfred Germann sowie den Familien der Weinhoheiten. Den finalen Anstrich übernahmen Andrea Beyer, Steffi Schmidt, Janice, Leo und Ortsvorsteherin Silvia Kerbeck – ein echtes Gemeinschaftsprojekt von Anfang bis Ende.
Pünktlich zum Deutschen Winzerfestumzug am 12. Oktober 2025 war der Festwagen fertig und bereit für seinen großen Auftritt. Die handwerkliche Sorgfalt und der unermüdliche Einsatz aller Beteiligten machten die Riesenschubkarre zu einem echten Blickfang – und zu einem Symbol für das, was die Haardt ausmacht.
Nach ihrem erfolgreichen Auftritt beim Winzerfestumzug war schnell klar: Die Riesenschubkarre sollte nicht im Lager verstauben, sondern dauerhaft auf der Haardt zu sehen sein. Am 22. August 2026 war es so weit – mit einem Gewicht von rund 320 Kilogramm war für die Aufstellung schweres Gerät erforderlich. Markus Höbel von Hanbuch & Söhne und Bauunternehmer Michael Hauser übernahmen den Transport mit einem Schwerlastkran. Auf eigens gefertigten Fundamenten wurde die Schubkarre fachgerecht verankert und fand so ihren neuen, dauerhaften Platz auf der Schlossmauer am Mandelring – direkt an der Rennstrecke des Schubkarrenrennens.
Die Aufstellung ist damit nicht nur ein logistischer Kraftakt, sondern auch ein klares Bekenntnis der Haardter Gemeinschaft zu ihrem Brauchtum. An ihrem neuen Standort erinnert die Riesenschubkarre täglich an das traditionelle Schubkarrenrennen und an all jene Menschen, die diese besondere Tradition mit Engagement und Herzblut gestalten.
Die Riesenschubkarre soll künftig noch mehr erzählen: Eine Infotafel zur Geschichte der Riesenschubkarre und des Schubkarrenrennens ist bereits in Arbeit. Auch die Standfläche soll künftig mit blühenden Stauden gestaltet werden, sodass das neue Wahrzeichen der Haardt in eine ansprechende Umgebung eingebettet wird.
Das Schubkarrenrennen selbst ist seit vielen Jahren ein fester Höhepunkt des Haardter Weinfestes und verbindet die Menschen der Region auf einzigartige Weise: sportlicher Ehrgeiz trifft auf Spaß und Gemeinschaftsgefühl. Die Riesenschubkarre macht diesen Geist nun auch außerhalb des Festgeschehens sichtbar und erlebbar – für Einheimische wie für Besucher der Pfalz.
Die Haardter Riesenschubkarre ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie lokales Brauchtum, handwerkliches Können und der unermüdliche Einsatz Ehrenamtlicher zusammenwirken können, um etwas Bleibendes zu schaffen. Was als Festwagen für ein Jubiläumsjahr begann, ist heute ein dauerhaftes Denkmal für Tradition und Gemeinschaft – mittendrin in der Pfalz, direkt an der Rennstrecke, wo alles begann. Wer die Haardt besucht, sollte sich diesen neuen Blickfang am Mandelring nicht entgehen lassen.






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