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Handgranate im Wingert entdeckt: Sperrung bei Bad Dürkheim

Ein Spaziergänger entdeckte am 13. September 2026 eine Handgranate in einem Wingert bei Bad Dürkheim.

Redaktion
·
13. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Woche

Ungewöhnlicher Fund in Bad Dürkheim: Handgranate im Weinberg entdeckt

Ein aufmerksamer Spaziergänger hat am Sonntagmorgen, den 13. September 2026, gegen 09:40 Uhr eine Handgranate in einem Wingert in Bad Dürkheim entdeckt und sofort die Polizei alarmiert. Was zunächst wie ein beunruhigender Einzelfund wirkte, stellte sich vor Ort als ein Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten heraus – dennoch reagierten die Einsatzkräfte mit aller gebotenen Sorgfalt und Vorsicht.

Stark korrodierte Eihandgranate aus dem Boden

Bei der aufgefundenen Granate handelt es sich laut Polizei um eine stark korrodierte Eihandgranate, die offenbar über viele Jahre im Boden gelegen hatte. Derartige Funde sind in Deutschland keine Seltenheit – immer wieder tauchen Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg in Feldern, Wäldern oder Weinbergen auf, oft jahrzehntelang unentdeckt im Erdreich verborgen.

Obwohl die Behörden derzeit davon ausgehen, dass die Granate nicht mehr in der Lage ist zu explodieren, wurde kein Risiko eingegangen. Der Kampfmittelräumdienst wurde umgehend zur fachgerechten Beseitigung hinzugezogen. Solche Spezialisten sind ausgebildet, um Kriegsrelikte sicher zu bergen und zu entschärfen – unabhängig davon, wie hoch die tatsächliche Gefahr im Einzelfall eingeschätzt wird.

Beliebter Rad- und Gehweg gesperrt

Der betroffene Bereich umfasst auch einen beliebten Geh- und Radweg zwischen Leistadt und Bad Dürkheim. Dieser wurde nach dem Fund umgehend weiträumig gesperrt. Für Spaziergänger, Radfahrerinnen und Radfahrer, die diese Route regelmäßig nutzen, bedeutete das am Sonntagmorgen eine unerwartete Unterbrechung ihres gewohnten Weges.

Die Polizeiinspektion Bad Dürkheim betonte, dass die Sperrung für die gesamte Dauer des Einsatzes aufrechterhalten werden muss. Wann der Bereich wieder freigegeben werden kann, hing vom Fortschritt der Arbeiten des Kampfmittelräumdienstes ab. Anwohnerinnen, Anwohner und Erholungssuchende wurden gebeten, den gesperrten Bereich weiträumig zu umgehen und die Absperrungen zu respektieren.

Was tun, wenn man verdächtige Gegenstände findet?

Der Fund in Bad Dürkheim ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, bei verdächtigen Entdeckungen besonnen zu handeln. Der Spaziergänger hat in diesem Fall alles richtig gemacht: Er hat die Granate nicht berührt, sich nicht in unmittelbare Nähe begeben und sofort die Polizei verständigt. Genau dieses Verhalten kann im Ernstfall Leben retten.

Grundsätzlich gilt: Wer in der Natur, beim Wandern, Radfahren oder in Gärten und auf Feldern auf unbekannte metallische Gegenstände stößt, die möglicherweise aus dem Krieg stammen könnten, sollte folgende Punkte beachten:

  • Den Gegenstand keinesfalls anfassen, bewegen oder versuchen zu identifizieren.
  • Den Fundort verlassen und einen sicheren Abstand halten.
  • Sofort den Notruf 110 (Polizei) oder 112 (Feuerwehr) wählen und den Fundort möglichst genau beschreiben.
  • Andere Personen warnen und von der Stelle fernhalten, bis die Behörden eintreffen.

Kampfmittel in der Pfalz: Ein unterschätztes Thema

Dass solche Funde auch in der Pfalz vorkommen, mag viele überraschen – doch die Region war im Zweiten Weltkrieg durchaus von Kampfhandlungen betroffen. Bombentrichter, Munitionsreste und Handwaffen aus dieser Zeit finden sich bis heute gelegentlich im Boden, insbesondere wenn Erdarbeiten durchgeführt werden oder Erosion ältere Bodenschichten freilegt. Weinberge, deren Erde regelmäßig bearbeitet wird, sind dabei keine Ausnahme.

Der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz ist für solche Einsätze speziell ausgerüstet und geschult. Die Fachleute können einschätzen, ob von einem Fundstück noch eine akute Gefahr ausgeht, und es anschließend sicher abtransportieren und vernichten. Ihre Arbeit schützt nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern die gesamte Bevölkerung in der Region.

Erinnerung an die Vergangenheit mitten im Alltag

Funde wie dieser in Bad Dürkheim erinnern daran, dass die Geschichte des Zweiten Weltkriegs nicht vollständig abgeschlossen ist – zumindest nicht buchstäblich unter der Erde. Gerade in einer Region wie der Pfalz, die für ihre Weinberge, ihre Natur und ihre Lebensqualität bekannt ist, wirken solche Entdeckungen besonders eindringlich. Sie zeigen, wie nah Vergangenheit und Gegenwart manchmal beieinanderliegen.

Wer weitere Informationen zu aktuellen Einsätzen und Meldungen aus der Region erhalten möchte, findet diese auch bei Antenne Pfalz – dem lokalen Radiosender, der die Menschen in der Pfalz rund um die Uhr mit aktuellen Nachrichten aus ihrer Heimat versorgt.

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