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„Kunst gegen Missbrauch

Die Wanderausstellung „Kunst gegen Missbrauch

Redaktion
·
24. August 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 4 Wochen

Ein wichtiges Thema wird sichtbar gemacht

Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen geschieht häufig im Verborgenen – und genau deshalb ist es umso wichtiger, sie sichtbar zu machen. Die Stadt Speyer widmet sich diesem gesellschaftlich bedeutsamen Thema mit einer besonderen Initiative: Vom 7. September bis 24. Oktober 2026 ist die Wanderausstellung „Kunst gegen Missbrauch“ in Speyer zu sehen. Begleitend dazu findet ein umfangreiches Rahmenprogramm statt, das verschiedene Aspekte sexualisierter Gewalt beleuchtet – von Prävention und Unterstützungsangeboten bis hin zu Aufarbeitung und institutionellen Schutzkonzepten.

Kunst als Zugang zu einem schwierigen Thema

Die Ausstellung „Kunst gegen Missbrauch“ wurde von Nezilla initiiert und wird wissenschaftlich von Professorin Dr. Julia Wege begleitet. Im Mittelpunkt stehen Fotografien von Felicitas Yang und Armando Milano, die alltägliche Orte zeigen, an denen sich Kinder und Jugendliche bewegen. Die Bilder zeigen keine Tat und keine Täter – gerade dadurch entsteht Raum für die Frage, was hinter vertrauten und scheinbar sicheren Orten geschehen kann.

Ergänzt werden diese Werke durch Arbeiten von Julius Wolf, der selbst Betroffener sexualisierter Gewalt in der Kindheit ist. Seine Beiträge eröffnen eine persönliche Perspektive auf das Thema und machen deutlich, dass hinter gesellschaftlichen Debatten und statistischen Zahlen immer auch individuelle Lebensgeschichten stehen. Die Ausstellung möchte nicht schockieren, sondern zur Auseinandersetzung anregen und einen Zugang zu einem schwierigen Thema schaffen.

Präsentiert wird die Ausstellung von der Gleichstellungsstelle der Stadt Speyer in Kooperation mit der Evangelischen Kirche der Pfalz, dem Bistum Speyer und dem Frauennotruf Speyer. Die Eröffnung findet am Montag, 7. September, um 18 Uhr statt – mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst. Im Anschluss führt Julius Wolf in das Ausstellungskonzept ein.

Fünf Veranstaltungen – fünf Perspektiven

Das begleitende Rahmenprogramm umfasst fünf kostenfreie Veranstaltungen, die sich sowohl an Fachkräfte als auch an Eltern, Ehrenamtliche und interessierte Bürgerinnen und Bürger richten.

  • 16. September 2026, 18–19.30 Uhr – Q&A mit Mitarbeitenden des Frauennotrufs Speyer sowie der Fachstellen gegen sexualisierte Gewalt der Evangelischen Kirche der Pfalz und des Bistums Speyer. Im Sophie-La-Roche-Haus, Maximilianstraße 99, geht es um Unterstützungsangebote vor Ort, Herausforderungen bei Prävention und die Bedeutung der Ausstellung für Speyer.
  • 23. September 2026, 18–20 Uhr – Vortrag „Zwischen Ja und Nein – warum sexuelle Bildung schützt“ von Pauline Grotheer, Sexualpädagogin bei pro familia Ludwigshafen. Die Veranstaltung findet im Historischen Ratssaal, Rathaus, Maximilianstraße 12 statt und richtet sich an Fachkräfte, Eltern und alle Interessierten.
  • 30. September 2026, 18–20 Uhr – „Sexualisierte Gewalt sichtbar machen – erinnern, aufarbeiten, Verantwortung übernehmen“ im Historischen Ratssaal. Die Veranstaltung gibt Einblicke in ein Aufarbeitungsprojekt der Universität Mannheim zum sexuellen Missbrauch im Bistum Speyer. Ein Betroffener berichtet aus seiner Perspektive und stellt konkrete Projekte vor.
  • 7. Oktober 2026, 18–20 Uhr – Workshop „How to Schutzkonzept: Schutz vor sexualisierter Gewalt wirksam gestalten“ im Historischen Ratssaal. Referentinnen sind Barbara Hocke, organisatorische Leiterin der Fachstelle „Schutz vor sexualisierter Gewalt“ der Evangelischen Kirche der Pfalz, und Patricia Maria Keil, Referentin für Intervention. Der Workshop richtet sich an Verantwortliche aus Vereinen, Verbänden, Kommunen sowie sozialen und pädagogischen Einrichtungen.
  • 14. Oktober 2026, 18–19.30 Uhr – Q&A mit Anette Diehl, der ersten unabhängigen Landesbeauftragten gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz, im Historischen Ratssaal. Seit Juli 2026 im Amt, stellt sie ihre neue Aufgabe vor und beantwortet im Anschluss Fragen des Publikums.

Schutz beginnt vor dem Verdachtsfall

Die Vielfalt des Rahmenprogramms unterstreicht eine zentrale Botschaft: Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt beginnt nicht erst dann, wenn ein Verdacht besteht. Er umfasst die Stärkung von Kindern und Jugendlichen, die Sensibilisierung von Erwachsenen, verlässliche Beratungs- und Interventionsstrukturen sowie die Bereitschaft von Institutionen, ihre eigenen Strukturen kritisch zu überprüfen.

„Kunst gegen Missbrauch“ soll deshalb mehr sein als eine Ausstellung. Die Stadt Speyer möchte gemeinsam mit ihren Kooperationspartnerinnen und -partnern Wissen vermitteln, für Risiken und Warnsignale sensibilisieren und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema vorantreiben.

Öffnungszeiten und Anmeldung

Die Ausstellung ist in der Maximilianstraße 99 in Speyer zu sehen – mittwochs von 16 bis 18.30 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr. Die Teilnahme an allen Rahmenprogramm-Veranstaltungen ist kostenfrei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Weitere Informationen zur Ausstellung, zum Rahmenprogramm und zur Anmeldung sind auf www.speyer.de/kunst-gegen-missbrauch zu finden.

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