
Speyer treibt die Innenstadtentwicklung voran: Das Fördergebiet „Kernstadt Mitte“ wurde in ein Bund-Länder-Städtebauförderprogramm aufgenommen – mit bis zu 31…
Die Speyerer Innenstadt steht vor einer bedeutenden Weichenstellung: Die Stadt Speyer ist mit dem Fördergebiet „Kernstadt Mitte“ in das Bund-Länder-Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung – Nachhaltige Stadt“ aufgenommen worden. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, die weitere städtebauliche Entwicklung der Innenstadt langfristig mit Unterstützung von Städtebaufördermitteln voranzutreiben. Das erklärte Ziel: eine klimaangepasste, lebenswerte und zukunftsfähige Innenstadt, in der Klimaschutz, Klimaanpassung, Städtebau, Freiraum und Denkmalschutz gemeinsam gedacht werden.
Der Stadtrat hatte bereits mit Beschluss vom 23. September 2025 die Verwaltung beauftragt, eine Bewerbung für das Fördergebiet „Kernstadt Mitte“ einzureichen. Über die Zustimmung des Landes Rheinland-Pfalz wurde der Stadtrat in seiner Sitzung am 25. Juni 2026 informiert. Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler betont die Bedeutung dieses Schrittes: „Die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm ist eine wichtige Chance für die weitere Entwicklung unserer Innenstadt. Sie ermöglicht es uns, notwendige Maßnahmen langfristig und strategisch anzugehen und dabei insbesondere die Themen Klimaschutz, Klimaanpassung, Mobilität und Aufenthaltsqualität in den Blick zu nehmen.“
Als nächster Schritt im Förderverfahren stehen die Festlegung des Untersuchungsgebiets und die Einleitung der Vorbereitenden Untersuchungen an. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr (ASBV) soll hierzu in seiner Sitzung am 18. August 2026 eine entsprechende Empfehlung aussprechen. Die abschließende Beschlussfassung ist anschließend durch den Stadtrat vorgesehen.
Das vorgesehene Untersuchungsgebiet umfasst weite Teile der Speyerer Innenstadt. Es erstreckt sich:
Mit der Festlegung dieses Rahmens wird der Boden bereitet für umfangreiche Vorbereitende Untersuchungen, in denen bestehende städtebauliche, funktionale, soziale, wirtschaftliche und ökologische Strukturen analysiert werden. Gleichzeitig werden Potenziale, Entwicklungsbedarfe und konkrete Handlungserfordernisse herausgearbeitet.
Auf Grundlage der Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen wird ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet. Darin werden Entwicklungsziele und konkrete Maßnahmen zu einer abgestimmten Gesamtstrategie zusammengeführt. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Bereiche Städtebau, Klimaschutz und Klimaanpassung, Mobilität, Freiraumplanung, Denkmalschutz sowie soziale Infrastruktur.
Ein wesentlicher Bestandteil des Verfahrens ist die frühzeitige und kontinuierliche Beteiligung der Öffentlichkeit. Bürgerinnen und Bürger sowie weitere relevante Akteure sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Kenntnisse, Bedarfe und Ideen in die Entwicklung der „Kernstadt Mitte“ einzubringen. Die konkreten Beteiligungsformate werden im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen und des ISEK entwickelt und den politischen Gremien vorgestellt.
Im Mittelpunkt der künftigen Entwicklung steht das Ziel, die Speyerer Innenstadt klimaangepasst, lebenswert und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Konkrete Maßnahmen zur Klimaresilienz und Freiraumgestaltung umfassen unter anderem:
Auch die Aufenthalts- und Lebensqualität soll weiter gestärkt werden. Geplant ist die Schaffung und Aufwertung von Freizeit-, Erholungs- und Begegnungsflächen, die dazu beitragen sollen, die Innenstadt als attraktiven Aufenthaltsort weiterzuentwickeln. Die soziale Infrastruktur wird dabei in die Gesamtplanung einbezogen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einer nachhaltigen und barrierearmen Mobilität. Der Ausbau sicherer und barrierearmer Fuß- und Radwege, die Verbesserung der Wegebeziehungen sowie die Neuordnung von Verkehrs- und Parkplatzflächen sollen Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität der Innenstadt verbessern. Gleichzeitig soll das historische und denkmalgeschützte Stadtgefüge erhalten und sensibel weiterentwickelt werden – Städtebau, Klimaanpassung, Freiraum und Denkmalschutz sollen dabei von Beginn an integriert betrachtet werden.
Parallel zum politischen Beschlussverfahren werden bereits Angebote geeigneter Fachbüros für die Durchführung der Vorbereitenden Untersuchungen und die Erarbeitung des ISEK eingeholt. Nach der Beschlussfassung und Auswertung der Angebote soll die Vergabe vorbereitet und das ausgewählte Fachbüro zeitnah den zuständigen politischen Gremien vorgestellt werden.
Für die Gesamtmaßnahme ist im Rahmen der Antragstellung ein Umfang von bis zu 31 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren vorgesehen. Die Förderung erfolgt mit einem Fördersatz von 90 Prozent. Für erste planerische Maßnahmen stellt das Land Rheinland-Pfalz im Jahr 2026 Fördermittel in Höhe von 300.000 Euro bereit. Einen entsprechenden Antrag auf Abrufung dieser Mittel hat die Stadt Speyer bereits bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) eingereicht. Ein Entwurf des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes sowie die Kosten- und Finanzierungsübersicht sind der ADD innerhalb von zwölf Monaten vorzulegen.
Die Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung – Nachhaltige Stadt“ markiert einen bedeutenden Meilenstein für die Weiterentwicklung der Speyerer Innenstadt. Mit einem klaren Fokus auf Klimaschutz, Lebensqualität, nachhaltige Mobilität und den Erhalt des historischen Stadtbildes legt die Stadt Speyer den Grundstein für eine zukunftsfähige Innenstadt – und sichert sich dabei die finanzielle Unterstützung von Bund und Land. Weitere Informationen rund um regionale Entwicklungen und Nachrichten aus der Pfalz finden Sie jederzeit auf antenne-pfalz.de.






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