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Speyer setzt auf Natur: Stadt nimmt am Label „StadtGrün naturnah“ teil

Speyer nimmt seit Mai 2026 am Label „StadtGrün naturnah“ teil und stärkt damit seine Biodiversitätsstrategie mit naturnahen Grünflächen und Artenschutz.

Redaktion
·
12. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Mehr Natur in der Stadt – Speyer macht mit

Die Stadt Speyer engagiert sich seit Mai 2026 offiziell für eine naturnahe Stadtgestaltung: Sie nimmt am Label-Verfahren „StadtGrün naturnah“ teil – einem Zertifizierungsprogramm, das Kommunen auszeichnet, die ihre Grünflächen ökologisch weiterentwickeln. Für Speyer ist die Teilnahme kein Neustart, sondern eine konsequente Fortsetzung des bereits eingeschlagenen Weges in Richtung mehr Biodiversität und klimaangepasste Stadtplanung.

Naturnahe Grünflächen sind dabei weit mehr als ein ästhetisches Merkmal einer Stadt. Studien zeigen, dass Lebensqualität und Wohlbefinden der Menschen mit der Nähe zu Grünflächen steigen. Besonders Kinder brauchen direkte Naturerfahrungen, um gesund aufzuwachsen. Auch Erwachsene profitieren von gut erreichbaren Grün- und Freiräumen für Bewegung und Erholung. Zugleich leisten naturnah gepflegte Flächen einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt und zur Anpassung an den Klimawandel – manchmal reicht dafür schon ein selteneres Mähen von Rasenflächen, um schnittempfindliche Wiesenkräuter zu fördern. Wo Flockenblumen, Margeriten oder Malven gedeihen, sind auch Wildbienen und Schmetterlinge nicht weit.

Was steckt hinter dem Label „StadtGrün naturnah“?

Das Label wird vom Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt e. V. vergeben – dem größten Netzwerk für naturnahe Kommunen in Deutschland. Dem Bündnis gehören aktuell 438 Städte, Gemeinden und Landkreise an (Stand Juni 2026). Ausgezeichnet werden Kommunen, die ihre Grünflächen ökologisch weiterentwickeln: etwa durch artenreiche Wildblumenwiesen, die Verwendung von heimischem Saat- und Pflanzengut oder den vollständigen Verzicht auf Pestizide.

Bündnisgeschäftsführer Robert Spreter betont die Bedeutung des Programms: „Um auch weiterhin Kommunen zu unterstützen, mehr für Insekten zu tun und die biologische Vielfalt im urbanen Bereich zu fördern, werden wir als ein eingetragener Verein das Label-Verfahren auf Selbstkostenbasis weiter anbieten.“ Bis Ende 2026 werden insgesamt rund 90 Kommunen zertifiziert sein, weitere 45 haben sich nach drei Jahren erfolgreich rezertifiziert.

Die teilnehmenden Kommunen erhalten vom Bündnis professionelle Unterstützung bei der Maßnahmenplanung, der Bürgerbeteiligung und der Öffentlichkeitsarbeit. Hinzu kommen fachliche Vor-Ort-Beratung, Erfahrungsaustausch, Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit sowie Workshops mit lokalen Akteurinnen und Akteuren. Mehr Informationen zum Programm gibt es unter www.kommbio.de/label.

So läuft der Zertifizierungsprozess in Speyer ab

Zu Beginn des Verfahrens erfassen die teilnehmenden Kommunen ihre bisherigen Pflegepraktiken und bereits umgesetzten Maßnahmen. Darauf aufbauend wird ein konkreter Maßnahmenplan zur weiteren naturnahen Entwicklung der innerstädtischen Grünflächen erarbeitet. Die städtische Arbeitsgruppe wird dabei fachlich durch den Beirat für Naturschutz unterstützt. Am Ende des rund zwölfmonatigen Prozesses erfolgt eine Auszeichnung in Bronze, Silber oder Gold.

In Speyer liegt die Federführung beim Grünflächenmanagement für die städtischen Flächen sowie beim Nachhaltigkeitsmanagement im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Bildung. Ermöglicht wird die Teilnahme durch Fördermittel aus dem Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ der KfW. Die Grundlage für diesen Schritt legte ein Stadtratsbeschluss vom 20. Mai 2025, mit dem sich Speyer zu einer ökologischen und klimaangepassten Grünflächenplanung bekannt hat.

Was Speyer bereits geleistet hat

Die Teilnahme am Label-Verfahren kommt nicht aus dem Nichts: Die Stadt Speyer setzt seit vielen Jahren einen klaren Schwerpunkt auf den Erhalt der biologischen Vielfalt als zentralen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Gemeinsam mit lokalen Initiativen, Bildungseinrichtungen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte.

  • In Zusammenarbeit mit der Bieneninitiative Speyer entstand am Hummelgarten hinter dem Judomaxx ein Naturschaugarten.
  • Das Projekt „Lebensraum Friedhof“ wurde im Jahr 2020 als Naturschutzprojekt des Jahres ausgezeichnet.
  • Im Rahmen der Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“ findet regelmäßig der Fotowettbewerb „Speyer erblüht“ statt – in Kooperation mit dem Nachhaltigkeitsmanagement und der Stadtbibliothek Speyer. Dabei kann auch kostenfrei geeignetes regionales Saatgut mitgenommen werden.
  • Auch auf städtischen Flächen werden Grünbereiche zunehmend naturnah umgestaltet und weiterentwickelt.

All diese Aktivitäten zeigen: Speyer hat eine solide Basis, auf der das Label-Verfahren nun aufbauen kann. Der begonnene Prozess soll im Rahmen des Zertifizierungsprogramms fortgeführt und gezielt vertieft werden.

Ein Signal für die Zukunft

Die Entscheidung, am Label „StadtGrün naturnah“ teilzunehmen, ist mehr als ein formaler Schritt. Sie unterstreicht den Willen der Stadt Speyer, Natur und Stadtleben konsequent miteinander zu verbinden – zum Wohl der Menschen, der Tiere und der Pflanzen. Artenreiche Wiesen, blühende Randstreifen und pestizidfreie Grünflächen sind sichtbare Zeichen dafür, dass eine Stadt ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt ernst nimmt. Speyer zeigt damit, dass nachhaltige Stadtentwicklung und lebendige Natur keine Gegensätze sind, sondern einander bedingen – und dass der Weg dorthin oft schon mit einem selteneren Mähgang beginnt.

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