
Über 400 Verstöße bei der Verkehrssicherheitswoche der PI Schifferstadt: Tempo, Gurt, Handy und Drogen im Fokus der intensiven Polizeikontrollen.
Die Polizeiinspektion Schifferstadt hat ihre zweite Verkehrssicherheitswoche abgeschlossen – mit einem Ergebnis, das aufhorchen lässt. Zwischen dem 19. und 25. Oktober waren täglich bis zu neun Beamtinnen und Beamte im gesamten Dienstgebiet im Einsatz, an zwei Tagen zusätzlich unterstützt von Kräften der Bereitschaftspolizei. Am Ende der sechs Kontrolltage stand eine Zahl von mehr als 400 festgestellten Verstößen – ein Hinweis darauf, dass regelmäßige Kontrollen auch künftig notwendig bleiben.
Zu Beginn der Woche, direkt nach dem Ende der Herbstferien, lag der Fokus zunächst auf den Schulwegen. Hier kontrollierte die Polizei vor allem die ordnungsgemäße Sicherung von Kindern sowie den Umgang Jugendlicher mit E-Scootern. Die Bilanz fiel hier überwiegend positiv aus: Die Jugendlichen hielten sich fast durchgehend an die geltenden Vorschriften für das Fahren mit E-Scootern. Auch bei der Kindersicherung in Fahrzeugen zeigte sich ein erfreuliches Bild – lediglich zwei Eltern mussten sanktioniert werden, weil ihre Kinder nicht ausreichend gesichert waren.
Weniger erfreulich fiel die weitere Bilanz der Woche aus. An insgesamt fünf eingerichteten Kontrollstellen zur Geschwindigkeitsmessung außerhalb geschlossener Ortschaften registrierten die Beamten 132 Verstöße. Trauriger Spitzenreiter war ein Fahrzeugführer, der bei erlaubten 70 km/h mit 112 km/h unterwegs war. Nach Abzug der üblichen Toleranz von drei Prozent ergab sich eine Überschreitung von 38 km/h – das zog ein Bußgeld von 200 Euro sowie einen Punkt in Flensburg nach sich. Auch weitere, geringere Überschreitungen wurden konsequent geahndet: Je nach Ausmaß drohten Bußgelder zwischen 100 und 175 Euro, teils ebenfalls verbunden mit einem Punkt im Fahreignungsregister.
Auch bei grundlegenden Sicherheitsvorschriften zeigten sich deutliche Lücken: 62 Mal stellten die Beamten fehlende Anschnallgurte fest, in 29 Fällen wurde während der Fahrt verbotswidrig zum Handy gegriffen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass einfache, aber wirkungsvolle Sicherheitsmaßnahmen im Alltag offenbar immer noch zu wenig Beachtung finden.
Besonders brisant verliefen einige Einzelfälle während der Kontrollwoche. Bei drei Fahrzeugführern musste wegen des Verdachts der Beeinflussung durch Alkohol oder Betäubungsmittel ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Eine Verkehrsteilnehmerin fiel den Beamten am Samstagabend bei einer Kontrolle auf: Bereits beim Herantreten an das Fahrzeug war Alkoholgeruch wahrnehmbar, zudem zeigten sich typische Ausfallerscheinungen. Ein Atemalkoholtest bestätigte den Verdacht mit einem Ergebnis von 1,85 Promille. Die Polizei stellte den Fahrzeugschlüssel sicher; da der Führerschein nicht mitgeführt wurde, erfolgt dessen Beschlagnahmung im Nachgang durch Staatsanwaltschaft und Gericht.
Gegen zwei weitere Fahrzeugführer wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Fahren unter Drogeneinfluss eingeleitet. Bei einem der beiden reagierte bereits der Drogenvortest vor Ort positiv auf THC. Darüber hinaus wurde eine Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis gefertigt – auch gegen den Fahrzeughalter erging eine Anzeige, da er das Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis zugelassen hatte.
Ein weiterer bemerkenswerter Fall: Bei der Überprüfung eines Fahrzeugführers stellten die Beamten fest, dass gegen ihn zwei offene Haftbefehle vorlagen. Eine Inhaftierung konnte nur durch die sofortige Begleichung der zugrunde liegenden Strafen in Höhe von insgesamt 3.732 Euro abgewendet werden.
Auch im Bereich der E-Mobilität wurde die Polizei fündig: Zwei E-Scooter waren ohne gültigen Versicherungsschutz unterwegs, was jeweils eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz zur Folge hatte. Insgesamt stellten die Beamten während der gesamten Kontrollwoche 96 Mängelberichte beziehungsweise Kontrollaufforderungen aus. Diese betrafen vor allem nicht mitgeführte Dokumente, Fahrzeugmängel oder fehlende Ausrüstungsgegenstände wie Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten. Die betroffenen Fahrzeugführer müssen die fehlenden Unterlagen oder Gegenstände innerhalb einer festgelegten Frist nachreichen beziehungsweise den Mangel beheben – andernfalls drohen weitere Maßnahmen durch Führerschein- oder Zulassungsstelle.
Neben den Verkehrskontrollen nutzte die Polizei die Nachtdienste der Woche auch, um verstärkt auf mögliche Wohnungseinbrüche zu achten. Gerade mit Beginn der dunkleren Jahreszeit will die Polizeiinspektion Schifferstadt hier weiterhin ein besonderes Augenmerk behalten, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.
Trotz der hohen Zahl an Verstößen zog die Polizei auch ein versöhnliches Fazit: Die Kontrollmaßnahmen wurden von der Bevölkerung überwiegend positiv aufgenommen. Die Polizeiinspektion Schifferstadt kündigte an, im Rahmen ihrer fortlaufenden Verkehrssicherheitsarbeit auch künftig regelmäßige Kontrollen durchzuführen, um die Sicherheit auf den Straßen der Region weiter zu verbessern. Die über 400 festgestellten Verstöße innerhalb einer einzigen Woche zeigen, dass noch Aufklärungsbedarf besteht – insbesondere bei Geschwindigkeitsbeschränkungen und der Anschnallpflicht, die offenbar nach wie vor nicht von allen Verkehrsteilnehmern ernst genommen werden.






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