
Eine Frau aus Ludwigshafen verlor fast 99.000 Euro durch Love Scamming. Wie der Betrug ablief und wie Sie sich schützen können, erklärt Antenne Pfalz.
Ein erschreckender Fall von sogenanntem Love Scamming hat sich in Ludwigshafen ereignet: Eine Frau aus der Stadt verlor rund 99.000 Euro an einen Unbekannten, der sich über mehrere Chatportale als Schauspieler „Martin Henderson“ ausgab. Der Fall, der vom Polizeipräsidium Rheinpfalz bekannt gemacht wurde, verdeutlicht einmal mehr, wie skrupellos Betrügerinnen und Betrüger im Netz vorgehen – und wie hoch der finanzielle wie emotionale Schaden für die Opfer sein kann.
Seit März 2026 stand die Frau aus Ludwigshafen über verschiedene Chatportale mit einer Person in Kontakt, die behauptete, der Schauspieler „Martin Henderson“ zu sein. Im Verlauf des Austauschs schilderte der angebliche Prominente immer wieder neue Notlagen: angebliche Entführungen, Krankenhausaufenthalte, Überfälle und Autopannen wurden als Gründe genannt, um die Geschädigte zur Zahlung zu bewegen.
Die Überweisungen erfolgten in verschiedenen Formen – unter anderem über Apple-Gutscheinkarten und Bitcoin-Wallets. Der entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf rund 99.000 Euro. Ein hoher Preis für eine Beziehung, die niemals real war.
Beim sogenannten Love Scamming bauen Betrügerinnen und Betrüger gezielt über soziale Netzwerke, Dating-Plattformen oder Messenger eine persönliche – häufig romantische – Beziehung zu ihren Opfern auf. Dabei geben sie sich nicht selten als besonders erfolgreiche, prominente oder hilfsbedürftige Personen aus. Schritt für Schritt wird eine emotionale Bindung aufgebaut, bevor unter verschiedenen Vorwänden um Geld, Gutscheinkarten oder Kryptowährungen gebeten wird.
Die Methode ist perfide: Die Täter investieren viel Zeit und Mühe in den Aufbau von Vertrauen. Für die Opfer fühlt sich die Beziehung echt an – und genau das macht es so schwer, den Betrug rechtzeitig zu erkennen. Wer Zweifel hat, sollte sich nicht scheuen, mit Freunden oder Angehörigen über eine neue Internetbekanntschaft zu sprechen und eine zweite Meinung einzuholen.
Love Scamming folgt häufig einem ähnlichen Muster. Typische Warnsignale sind dabei unter anderem:
Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte keine Zahlungen leisten – egal wie überzeugend die Geschichte klingt. Betrügerinnen und Betrüger sind oft psychologisch geschickt und wissen genau, wie sie ihre Opfer unter Druck setzen können.
Das Polizeipräsidium Rheinpfalz hat klare Empfehlungen, wie man sich vor Love Scamming schützen kann. Diese Ratschläge sollte jeder kennen, der aktiv im Internet kommuniziert:
Wer glaubt, Opfer eines solchen Betrugs geworden zu sein oder gerade in eine solche Situation zu geraten, sollte sofort handeln. Wichtig ist es, alle relevanten Informationen zu sichern – dazu gehören Chatverläufe, Screenshots, Zahlungsbelege und Kontodaten der Empfänger. Anschließend sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Scham ist in diesem Zusammenhang fehl am Platz: Diese Betrugsmethode ist hochprofessionell und kann jeden treffen.
Bei Fragen oder im Verdachtsfall kann man sich direkt an das Polizeipräsidium Rheinpfalz wenden. Der zuständige Pressesprecher Jan Liebel ist unter der Telefonnummer 0621 963-20022 oder per E-Mail an pprheinpfalz.presse@polizei.rlp.de erreichbar.
Der Fall aus Ludwigshafen ist kein Einzelfall – er reiht sich ein in eine wachsende Zahl ähnlicher Betrugsmaschen, die auch in der Region immer häufiger vorkommen. Antenne Pfalz berichtet regelmäßig über aktuelle Sicherheitsthemen und Warnmeldungen aus der Region, damit unsere Hörerinnen und Hörer gut informiert und geschützt bleiben. Bleiben Sie wachsam, sprechen Sie mit Ihren Liebsten – und zweifeln Sie im Zweifelsfall lieber einmal zu oft, als zu schnell zu vertrauen.






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